Erst einmal vorweg: Ich bin nicht Bastian Sick und auch kein Germanist Die Bücher “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod” Teil 1-3, sprechen mir aus der Seele.
Im Moment bin ich im Schwabenland. Bei den Menschen, die (wo) keinen Artikel wiederholen und statt dessen lieber ein “wo” verwenden. Die Mutter meiner Tochter ist an der Nahe geboren und sprach akzentfreies Hochdeutsch. Seit sie einen Lebenspartner aus Zentralasien hat, (16 Jahre jünger als ich) minimiert sich ihr Sprachschatz. Sie fällt zunehmend in die “roihessische” und saarländische Dialektik zurück.
Konjunktiv – Was ist das überhaupt?
Auf jeden Fall ist er so männlich wie der Imperativ und der Indikativ. Der Konjunktiv (I und II) wird für die Darstellung einer Möglichkeit benutzt. Aber wie wendet man ihn richtig an?
http://de.wikipedia.org/wiki/Konjunktiv
http://www.interdeutsch.de/Uebungen/konjunktiv.htm
Wenn mein guter Freund Michael (geborener Westfale) beabsichtigt, mich zu besuchen, dann meldet er sich vorher an. Er fragt, ob ich Zeit habe, da er mich besuchen will (oder wolle). Regelmäßig gehen mir dann folgende Versionen der Antwort durch den Kopf.
1. Ich würde mich freuen, wenn Du mich morgen besuchst.
2. Ich freue mich, wenn Du mich morgen besuchen würdest.
3. Ich würde mich freuen, wenn Du mich morgen besuchen würdest.
Richtig ist auf jeden Fall die Aussage: “Ich freue mich, wenn Du mich morgen besuchst.”
Ohne Konjunktiv ist das Leben einfacher.
Auf die Versionen 1 und 3 bekomme ich von ihm regelmäßig die Antwort: “Dann freu Dich doch, Trau Dich. Würdest Du Dich nur freuen oder freust Du Dich. Und falls Du Dich freust, wann weißt Du es”? Die Version 1 ist weit verbreitet. Liegt das daran, dass der Konjuntiv so höflich und vornehm daherkommt? Ist es wirklich höflich, wenn man sich nur freuen würde? Wenn man sich nur unter bestimmten Bedingungen freut? Und welche Bedingungen sind das? Ist es höflich, diese geheim zu halten? Die Aussage: “Ich würde Dich gern zu meiner Geburtstagsfeier einladen” klingt zunächst höflich. Es bleibt ein gefühltes “aber”.
“Ich würde Dich gern zu meiner Geburtstagsfeier einladen, wenn Du nicht so streng riechen würdest” oder so ähnlich.
Ohne Konjunktiv ist das Leben einfacher.
Er sagte, er würde das gerne machen. (Konjunktiv II, abgeleitet vom Indikativ Präteritum. Grammatisch ist diese Form nicht korrekt. Sie gehört in den Bereich der Umgangssprache.)
Jeder Konjunktiv kann in der gesprochenen Sprache durch eine „würde“-Konstruktion ersetzt werden. Da dies aber keinem besonders guten Stil entspricht, sollten in der geschriebenen Sprache solche Konstruktionen vermieden werden. Sie sollten hier nur dann vorkommen, wenn die reguläre Konjunktivform stark aus der Mode gekommen sind (z.B. von „ich backe“: ich büke). Die reguläre Konjunktivform kann aber auch in diesen Fällen verwendet werden, die „würde“-Konstruktion ist immer nur eine Ausweichmöglichkeit.
Auch Ausweichmöglichkeiten können Fuß fassen und es kann mehrals nur eine Lösung geben. Machen wir nicht viele Worte darum und schauen ins Wörter-buch, ob der Plural von Wort nun Worte oder Wörter lautet.
Einen Gruß an Alle
Blaumann
Verfasst von blaumann